7 Zeitmanagement Tipps für Triathleten

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Es gibt nur wenige Sportarten, die mehr Zeitaufwand verlangen als Triathlon. Der Spagat aus drei verschiedensten Sportarten plus unterstützendem Training lässt viele Freizeitsportler an die Grenze ihrer Belastbarkeit kommen. Geht es Dir auch so?

Hetzt Du von einer Trainingseinheit zur nächsten und hast das Gefühl, dass das Ganze “nur” von Familie, Alltag und Arbeit unterbrochen wird? Und was heißt hier eigentlich “nur”???

Triathlon ist viel zu zeitaufwändig

Torsten Schwimmen NeoprenanzugAls ich 2009 endgültig vom Triathlonvirus infiziert wurde, gab es für mich nichts Schöneres als zu schwimmen, Rad zu fahren oder zu laufen. Mein ganzes Leben drehte sich um die 3 magischen Sportarten und die Folgen waren fatal.

Ich hatte den Aufwand für das Training und das Drumherum gnadenlos unterschätzt, nervte meine lieben Mitmenschen mit ständigem Gelaber vom Triathlon, hatte kaum noch Zeit für gemeinsame Unternehmungen abseits des Sports, vernachlässigte meinen Haushalt und auch im Job lief es nicht so rund.

So jedenfalls konnte es auf Dauer nicht weitergehen und so ging es auch nicht weiter. Mit dem Sport aufzuhören, kam nicht in Frage und so begann ich, mich mit Zeitmanagement zu beschäftigen. Und siehe da – wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg. Der Spruch mag abgedroschen sein, er ist dennoch war.

Deshalb gebe ich Dir 7 Zeitmanagement Tipps mit auf dem Weg, die dir nicht nur als Triathlet helfen.

Tipp 1: Finde deine Zeitdiebe

Hast Du dich schon einmal gefragt, mit was Du eigentlich Deine Zeit verbringst? Klar mit Triathlontraining und mit Arbeit und damit bist Du schon gut beschäftigt. Doch was treibst Du noch so?

Bevor Du damit beginnst, an deinem Leben zu optimieren, solltest Du erst einmal eine Bestandsaufnahme machen. Dabei hilft Dir ein Zeittagebuch. Über mindestens 1-2 Wochen notierst Du dir ganz genau, was Du den ganzen Tag wann gemacht hast. Natürlich nicht minutiös, sondern in 15-Minuten-Schritten. Alles was länger als 15 Minuten gedauert hast, notierst Du in dein Zeittagebuch. Ob das Tagebuch ein Notizbuch, eine App oder ein Zettel ist, spielt keine Rolle. Wichtig ist, dass Du genau und vor allem schonungslos ehrlich bist.

Allein die Tatsache, dass Du dein Verhalten aufschreibst, führt dazu, dass Du dein Verhalten überdenkst und damit den ersten Schritt zur Optimierung gehst.

Nach den 2 Wochen schaust Du dir dein Zeittagebuch an. Findest Du typische Zeitdiebe? Hetzt Du von einem Termin zum nächsten und lässt dich ständig ablenken? Schätzt Du die Dauer deiner Aufgaben falsch ein oder verbringst Du zu viel Zeit vorm Internet oder dem TV?

Diese Analyse ist die Basis zur Optimierung deines Verhaltens und deiner Gewohnheiten. Ich führe ein- bis zweimal im Jahr so ein Zeittagebuch, um einen Überblick über meinen Umgang mit der Zeit zu bekommen. Kann ich Dir nur empfehlen!

Tipp 2: Was ist dir wirklich wichtig?

Hast Du dein Verhalten analysiert, solltest Du dich mit deinen Prioritäten im Leben befassen. Vielen ist gar nicht klar, wie die Prioritäten in ihrem Leben verteilt sind. Die Folge – alles ist wichtig und vor allem dringend.

Doch ist das wirklich so? Musst Du diese eine Aufgabe im Job heute wirklich noch unbedingt erledigen und so erneut spontane Überstunden schieben? Und kam diese Aufgabe wirklich so überraschend? Klar – arbeitest Du im Support, dann kann das passieren. Doch die wenigsten tun das und glauben trotzdem, dass alles sofort und immer erledigt werden muss.

Dabei ist der Grund oft ziemlich banal – Du schiebst Aufgaben so lange auf, bis sie furchtbar dringend werden. Und dann ziehst Du dein Supermankostüm über und läufst unter Stress zu Höchstform auf. Als Adrenalinjunkie, der Triathlon betreibt, liegt Dir das schließlich im Blut.

Langfristig ist eine vorausschauende Planung die viel nachhaltigere Lösung. Eine Lösung, die Dir perspektivisch deutlich mehr Zeit für dein Training bringen wird.

Tipp 3: Plane dein Training

Torsten Challenge Roth RadEin zentrales Element beim Triathlon ist ein Trainingsplan. Sicher hast Du einen, oder? Aber planst Du auch dein gesamtes Leben? Führst Du einen Kalender? Nein? Solltest Du aber!

Setze dich mindestens einmal die Woche hin und plane die Folgewoche. Gehe dabei systematisch vor und beginne mit den Dingen, die höchste Priorität haben.

Haben bei Dir Familie und Freunde die höchste Priorität, dann blockiere Dir Zeit, die Du mit ihnen verbringen möchtest. Das mag Dir zu Beginn etwas komisch vorkommen, aber glaub mir, im Trainingsstress vernachlässigst Du nicht selten deine Lieben.

Als Nächstes kommt oft der Job in Sachen Priorität – trage also deine Arbeitszeiten in den Kalender ein. Halte auch einen kleinen Puffer für eventuelle Überstunden bereit und trage Dir auch Dienstreisen und Ähnliches ein.

Und jetzt zum Training – wenn Du einen Trainingsplan hast, ist es einfach. Finde die Zeit für deine Trainingseinheiten und lege Dir diese verbindlich fest. Wenn Du zum Vereinstraining gehst, kannst Du diesen Termin auch nicht verschieben. Und so solltest Du auch mit deinen Trainingseinheiten ohne Partner umgehen. Und plane genug Puffer zwischen den Terminen ein!

Denn natürlich kommt hier und da einmal das Leben dazwischen. Wenn das so ist, siehst Du mit einem Blick in den Kalender was passiert und kannst die entsprechenden Prioritäten setzen.

Tipp 4: Nutze Randzeiten

Waren die bisherigen drei Tipps eher übergeordneter Natur, so wird es nun ganz konkret. Wenn dein Alltag Dich oftmals wie ein Flipperkugel hin und her schleudert, hilft es, dein Training auf Randzeiten zu verlegen.

Die typischste Randzeit ist der Morgen. Morgens gibt es die wenigste Ablenkung und nicht wenige Sportler trainieren am frühen Morgen und starten so mit einem guten Gefühl in den Tag. Voraussetzung dafür ist, dass Du genügend Schlaf bekommst und auch dein Biorhythmus mitmacht.

Doch es gibt noch mehr Zeiten, die man nutzen kann. Wie wäre es mit der Mittagspause? Bei uns gibt es eine Dusche im Büro. Nachdem ich jahrelang der Einzige war, der diese regelmäßig nach einem Lauftraining in der Mittagspause nutzte, kommen in letzter Zeit immer mehr Kollegen auf dem Geschmack, ihr Training in die Arbeitszeit zu verlagern. Gleitzeit macht es möglich und gerade als Wissensarbeiter sorgt so eine Sauerstoffdusche für einen klaren Kopf.

Hast Du noch mehr Randzeiten? Ich beginne zum Beispiel mein Training derzeit vermehrt direkt vom Büro aus. Der Vorteil – die verlockende Couch ist weit entfernt und nach dem Training ist auch der Feierabendstau schon aufgelöst.

Tipp 5: Optimiere deine Wege

Wege, die Du ohnehin erledigen musst, in dein Training einzubeziehen, ist so naheliegend, dass es nur wenige Triathleten beachten. So zumindest meine Erfahrung.

Mein Arbeitsweg beträgt fast 50 km und das täglich mit dem Rad zurückzulegen, ist mir zu viel. Auch trainingstechnisch machen zwei 50 km Einheiten am Tag wenig Sinn. Also variiere ich und fahre zum Beispiel einen Tag mit dem Auto hin und mit dem Rad zurück. Den nächsten Tag dann das Ganze umgedreht.

Überhaupt der Arbeitsweg – liegt bei Dir auf diesem ein Schwimmbad? Ich habe mein Fitnessstudio mit zugehörigem Schwimmbad extra danach ausgewählt und bin auch bereit, dafür etwas mehr zu zahlen. Meine kostbare Zeit ist es mir wert.

Und noch einen Tipp habe ich für Dich – habe dein Equipment immer im Auto. Lauf- und Schwimmsachen nehmen keinen Platz weg, und wenn Du auf Dienstreisen bist, kann man schnell mal irgendwo stoppen und ein Training absolvieren. Das bringt zudem eine schöne Abwechslung ins Trainingseinerlei. Übrigens – auch das Rennrad passt problemlos in die meisten Autos.

Tipp 6: Habe immer einen Plan B zur Hand

Torsten Challenge RothMachen wir uns nichts vor – Du kannst noch so genau planen, noch so sehr deine Wege optimieren, am Ende kann trotzdem etwas dazwischen kommen. Bist Du als Triathlet im Training, dann verursacht das bei Dir doppelt Stress. Nicht nur das plötzliche Ereignis sorgt für erhöhten Pulsschlag, auch das schlechte Gewissen meldet sich, wenn Du eine Einheit nicht wie geplant absolvieren kannst.

Ich nehme mir in solchen Fällen wieder meinen Kalender (in meinem Smartphone) zur Hand und plane um. Das beruhigt das Gewissen, aber denk dran, ausgefallenes Training kann man nicht nachholen. Nur gibt es in jedem guten Trainingsplan wichtige und weniger wichtige Einheiten.

Und noch etwas hilft, wenn mal gar keine Zeit ist. Ein sehr kurzes, aber intensives Training. Du brauchst weniger als 10 Minuten dafür, aber tust deinem Körper Gutes und deinem Gewissen auch. Die Rede ist vom 7-Minuten-Workout, einem kurzen, aber hochintensiven Ganzkörpertraining, welches es auch als Smartphoneapp gibt.

Alles, was Du für dieses Training brauchst, ist eine Stufe (Hocker oder Stuhl gehen auch), eine Wand und dein eigenes Körpergewicht. Dieses Training passt auch in einen stressigen Tag. Und wenn Du – wie ich – ohnehin zu oft dein Stabitraining vernachlässigst, dann erst recht.

Tipp 7: Sei kreativ und ungewöhnlich

Zum Schluss möchte ich dich noch ein wenig herausfordern. “Keine Zeit zum Training” ist eine Ausrede, auch weil es Dir an Kreativität mangelt.

Versuche das Training so gut es, geht in deinen Alltag zu integrieren. Wartet am Wochenende deine Familie zu Hause auf dich, so bringe von deiner frühmorgendlichen Laufrunde frische Brötchen mit. Oder lass dich durch deine Kinder mit dem Rad beim Laufen begleiten. Ein Freund von mir macht das nur so – langsamer ist er dadurch nicht geworden. Im Gegenteil – neben dem einen Kind, welches mit radelt, schiebt er ein weiteres im Kinderwagen vor sich her und hat so ein zusätzliches Training.

Oder wie wäre es, das aufwendige Schwimmtraining mit einer Laufeinheit zu kombinieren, in dem Du zum Schwimmbad rennst, dort dein Training absolvierst und dann wieder zurück läufst.

Und dann gibt es noch die ganz ungewöhnlichen Lösungen: Ich wollte unbedingt (mindestens) einmal im Leben eine Langdistanz absolvieren, hatte aber gar keine Ahnung, wie ich das viele Training zwischen Job und Alltag unterbringen sollte. Bis mir die zündende Idee kam – ich mache ein Sabbatical. Das hatte zwar noch nie jemand in meiner Firma gemacht, aber wer nicht fragt, kann auch keine Zusage bekommen. Und ich bekam mit einigen wenigen und guten Kompromissen die Zusage und konnte mich so 2014 drei Monate intensiv auf die Challenge Roth vorbereiten. Ein traumhaft schönes Erlebnis und das absolute Highlight meines Triathlonlebens.

Triathlon ist toll

Nun hast Du hoffentlich einige Tipps bekommen, wie Du das Triathlontraining und deinen Alltag gemeinsam unter einem Hut bekommst. Denn eines ist klar – Triathlon ist toll und es wäre schade, wenn Du keine Zeit dafür finden würdest.

Auf geht’s – trage dein Training in den Kalender ein und dann geht es los….

Torsten vom ausdauerblogTorsten Pretzsch ist 2008 von der Couch aufgestanden, um ein sportlicheres Leben zu führen. Begonnen mit einer Laufrunde von nur 15 Minuten ist er Jahre später am Ziel. Er lief mehrere Marathons und absolvierte auch einen Ironman. Als vielbeschäftigter Projektmanager war dieser Weg nur durch gutes Selbstmanagement möglich. Seit 2015 unterstützt er in seinem ausdauerblog Menschen dabei, endlich mehr Sport zu machen. Und das mit Spaß und Leidenschaft!

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